Vom Werden und Sein

leicht, ehrlich, unperfekt

Herzlich Willkommen. Ich bin Kathrin. Hier nehm ich dich mit in meine Gedanken und Beobachtungen aus dem Alltag.

  • Millennials und das einfache Leben

    Ich weiß nicht, ob du das auch so wahrnimmst, aber irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass viele meiner Generation sich wieder nach einem einfacheren Leben sehen. Nicht so perfekt, komplex und mit allem so optimiert. Sondern nach echter Verbindung und Kreativität. Nach Spaß und tollen Erlebnissen, die man nicht alle fotografieren muss, nur damit man zeigen kann, dass man was schönes erlebt. Ich gebe zu, ich mach das auch. Aber war es nicht auch schön, als man gar nicht daran gedacht hat? Wo man sich einfach gefreut hat, jedem zu erzählen, was man erlebt hat. Als es noch Worte gebraucht hat statt ein Herzaugensmiley, um ein Feedback zu geben.

    Schön war’s, als man sehnsüchtig ein neues Album erwartet hat und was hab ich mich über diese Booklets in der CD mit den Songtexten gefreut. Nicht alles war sofort verfügbar. Und man war auch nicht überall erreichbar. Ich weiß gar nicht mehr, wie man immer alle im Schwimmbad getroffen hat? Ich glaube man hat sich einfach verabredet und sich dann gefunden. Ohne Handy :D. Ach ja, die Möglichkeiten waren teilweise einfach begrenzt und das war völlig ok.

    Es war diese Zeit, in der auch die Auswahl an Vorbildern ziemlich begrenzt war. Es ist normal, dass man welche hat. Nur damals war das irgendwie gefühlt auf viel unkomplizierte Dinge beschränkt. Das gleiche Shirt gekauft? Cool. Aber mittlerweile muss man die genauso perfekte Morgenroutine haben, achtsam sein, nur noch Proteine essen, als Eltern die Kinder dauerbeschäftigen und so tun als hätten wir nie am Bildschirm gehangen. Und bei all dem am besten noch  für immer jung aussehen. So viele machen uns in den sozialen Netzwerken vor, wie es sich angeblich besser lebt. Dass man dabei leicht vergisst, wer man in Wirklichkeit ist, ist doch keine Überraschung.

    Trotzdem soll das hier jetzt nicht zu einem wehmütigen Rückblick werden, sondern seine Leichtigkeit behalten. Vielleicht ist das, was manche gerade merken nicht, dass sie zurück in die Vergangenheit wollen. Ich will das auch nicht. Ich will nur ein bisschen von diesem Gefühl wiederfinden. Dieses „es reicht mir aus“, weniger vergleichen, mehr echtes Erleben. Kreativ sein und Ideen haben, ohne direkt ein Business draus machen zu müssen.

    Und dennoch ist es schön, was jetzt alles möglich ist. Es geht glaube ich einfach darum, ein Gleichgewicht zu finden. Wieder zu merken, was man wirklich mag, statt was gerade alle mögen. Und wieder selbst zu wissen, was man braucht, ohne dass ein Fremder im Handy es einem sagt.

  • Optimierungswahn – Finde den Fehler an dir

    Vor kurzem wurde ich mitten in einem ganz normalem Gespräch mit Ratschlägen konfrontiert, wie und wo ich mich verbessern könnte, damit ich meine Wirkung im Außen optimiere. Das hat mich ehrlich zum Nachdenken gebracht. Ich bin ja selbst ausgebildeter Coach. Ich mag Entwicklung, Wachstum und lernen. Ich unterhalte mich gerne mit reflektierten Menschen. Dennoch frag ich mich, ob Wachstum und bewusst-sein von manchen einfach falsch interpretiert wird. Persönlichkeitsentwicklung wird dann zu Leistungsdruck, wo keiner sein sollte.

    Wenn du dir jemanden suchst, der dich begleitet, dann willst du dich doch befreit und leicht fühlen. Und vollständig. Du willst keine „Was ich noch an mir ändern muss um glücklich zu sein“-Liste. Klar, ein Mangelgedanke, den du weckst, schafft einen Kaufanreiz, weiß ich als BWLerin. Doch das ist Leistungsdenken im neuen Gewand. Du hast niemals das Gefühl, genug zu sein. Du musst immer noch mehr tun, um deinen Wert zu beweisen. Und ich denke, dass niemand der mit sich wirklich OK ist, dir dieses Gefühl geben würde.

    Fairerweise hab ich wirklich überlegt, ob mir helfen würde, was mir vorgeschlagen wurde. Und ja, bestimmt würde ich dabei was neues lernen. Aber es würde nicht meiner natürlichen Art entsprechen. Es wäre eben ein Schritt zur Anpassung. Manchmal ist das ok. In dem Fall fühlte es sich aber einfach nicht richtig an.

    Ich hatte genug Selbstoptimierung. Ich möchte nicht mehr jedem gefallen. Ich möchte nicht passen. Ich möchte finden, was zu mir passt.

  • Früher war nicht alles besser, aber vieles war mal leichter

    Ich hab eine Weile überlegt, was mein erster Beitrag wird. Was ich in Zukunft hier kreieren will. Wenn du dir nur eine Sache von dieser Seite mitnimmst, dann wünsche ich mir, dass es das ist: 

    Die Erlaubnis, einfach du zu sein. Ohne Optimierungsdruck und Perfektion.

    Ich glaube, viele von uns sind heimlich erschöpft davon, ständig eine bessere Version von sich werden zu wollen.

    Achtsamer, organisierter, erfolgreicher, fitter, konsequenter und entspannter natürlich auch. Die Liste der Erwartungen an uns ist endlos. 

    Dabei sehnen wir uns oft einfach nur nach etwas mehr Leichtigkeit. Und nach Menschen, bei denen wir nichts darstellen müssen, die keine Verbesserungswünsche an uns haben.
    Und als Mama merke ich zusätzlich wie viele Optimierungswünsche auch an Kinder gestellt werden. Und oft fühlt es sich so an, als wären diese Erwartungen gleichzeitig auch an uns Eltern gerichtet. Kennen sicher einige. Aber dazu ein andermal mehr. 

    Ich möchte keine perfekten Antworten liefern oder dir sagen, wie du sein musst, damit dein Leben gelingt. Hier soll es nicht darum gehen, wie man noch besser wird, sondern viel mehr ist es eine Einladung, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machen. Wieder mehr bei uns bleiben. Uns erinnern, wie es mal leicht ging, als wir noch nicht so viel Wert auf andere Meinungen gelegt haben. Dann mal los. 

    Mach’s dir schön.
    Alles Liebe, Kathrin